philosophin

Die Philosophin
Forum für feministische Theorie und Philosophie

edition diskord

Tübingen, 2004

Herausgegeben von Astrid Deuber-Mankowsky und Ursula Konnertz unter Mitarbeit von Catherine Newmark. 15.Jahrgang, Heft 29, Juni 2004:


Themenheft: Feministische Philosophie in Italien. Herausgegeben und eingeleitet von Sara Fortuna und Katrin
Heinau


[Aus der Einleitung:]

Feministische Philosophie in Italien? Hierzulande kennt man Rossana Rossanda. Darüber hinaus hat man vielleicht das Denken der Geschlechterdifferenz der Gruppe Diotima aus Verona schätzen gelernt oder einmal über das südländisch mutterbezogen erscheinende Konzept affidamento der Gruppe um die Libreria delle Donne di Milano gestritten – Berührungen, die durch die Übersetzungen der Texte dieser Gruppen möglich wurden, die Ende der 80er Jahre in Deutschland und Österreich erschienen. Seitdem ist es relativ ruhig um die deutsche Rezeption italienischer feministischer Philosophie geworden. Von der in Italien so wichtigen Philosophin Adriana Cavarero zum Beispiel wurde in den letzten Jahren kein Buch mehr übersetzt. Dies entspricht der Ignoranz des produktiv gebliebenen Denkens und Schreibens von Luce Irigaray, deren Texte gleichfalls seit Jahren nicht mehr übersetzt werden, die aber trotz der Schwierigkeiten der Lacanianerinnen und Lacanianer, in der freudianisch und jungianisch geprägten Psychoanalyse Italiens Fuß zu fassen, durch Übersetzungen ins Italienische dort zumindest die größere Chance haben weiterzuwirken als in Deutschland.

Die Herausgeberinnen möchten aktuelles feministischen Denken in Italien in einer Auswahl dokumentieren, die viel umfangreicher hätte sein können. Die Debatte über Geschlechterdifferenz und die symbolischen und politischen Deklinationen der Dualität der menschlichen Natur sind noch oder wieder sehr lebendig. Einerseits ist hier die starke politische Tradition der italienischen feministischen Philosophie der sechziger und siebziger Jahre und die spätere filosofia della differenza als wichtigste historische Referenz in vielen der Beiträgen präsent; andererseits kommen auch Außenseiterinnen und Außerseiter zu Wort, die keinem bestimmten Kreis, keiner bestimmten Tradition von politischem oder theoretischem Feminismus angehören.
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Inhalt


Gespräche


Rezensionen


Literatur

Alessandra Perfetti:
Feministisch orientierte Philosophie in Italien. Eine Auswahlbibliographie


Die Beiträge wurden aus dem Italienischen übersetzt von Kathrin Bohr, Giandomenico Bonanni, Elena Ficara und Katrin Heinau